KARPFENTEICH

Bei der “Invasion der Körperfresser” unterwandern Außerirdische eine US-Stadt, indem sie deren Bürger durch Kopien ersetzen. Ähnliches stellt sich Thilo Sarrazin offenbar vor, wenn er an die Zuwanderer denkt, vor allem aus der Türkei und dem arabischen Raum. “Deutschland schafft sich ab”, lautet sein neues Buch. Das Land wird finanziell ausgesaugt, überfremdet, dümmer und krimineller. Wegen der Fixiertheit auf dieses Thema könnte man schon von einer Phobie sprechen, wäre da nicht die Vermutung, dass der Bundesbanker, SPD-Politiker und Berliner Ex-Finanzsenator seine Wirkung kalkuliert. Sarrazin genießt die Aufregung in den Medien und den Aufschrei der Gutmenschen in seiner Partei. Nichts könnte ihm mehr gefallen als ein Parteiausschlussverfahren, wie es nun Parteichef Sigmar Gabriel erwägt. Für die SPD kann die Devise nur lauten: Rechts liegen lassen. Und sich ein wenig kritischer mit der Lage in den Ausländergettos beschäftigen. In Berlin-Neukölln, dem Bezirk mit der wohl ausgeprägtesten Parallelgesellschaft des Landes, gibt es einen Mann, der in der Zustandsbeschreibung fast das Gleiche sagt wie Sarrazin, aber anders als dieser konstruktive Lösungen sucht statt Ausgrenzung: Bürgermeister Heinz Buschkowsky. Er ist der (linken) Berliner SPD verhasst. Gabriel sollte ihn öfter mal treffen.

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Comments

  1. Sarrazin ist in einem öffentlichen Amt untragbar. Es muss alles getan
    werden, um ihn aus dem Vorstand der Bundesbank zu entfernen. Die
    Notenbank darf kein verantwortungsfreier Raum sein. Ein Spitzenbeamter,
    der Menschen aufhetzt, ist nicht akzeptabel. Der Bundesbankvorstand muss
    jetzt zum äußersten Mittel greifen. Das Führungsgremium der Notenbank
    muss bei Bundesregierung und Bundespräsident die Abberufung von
    Sarrazin beantragen. Das ist nach Lage der Dinge die einzige
    Möglichkeit, Sarrazin loszuwerden, wenn er einen Rücktritt ablehnt.
    Wenn die Selbstreinigungskräfte der Bundesbank nicht ausreichen, dann
    müssen wir ernsthaft darüber nachdenken, ob die Unabhängigkeit der
    Bank wirklich so weit gehen kann, dass man an der Spitze ungestraft
    solche Thesen vertreten darf. Das schadet dem Ansehen der Bundesbank und
    der Bundesrepublik.

  2. Endlich kommt die Meinung des Volkes an der Spitze unserer Politik an. Herr Thilo Sarrazin sollte eine Partei gründen damit sich das Volk endlich eine Stimme in diesem demokratischen Land verschaffen kann.
    Mit den Politikern ist es nicht anders wie mit den Aufsteigern in der Wirtschaft.
    Je Höher sie steigen, desto weltfremder werden sie, und das auch noch in ihrem Fach.
    Wenn es keine direkten Lösungen für die von Herrn Thilo Sarrazin angesprochenen Problemen gibt sollten sich wenigstens die Drahtzieher/Hintermänner/Lenker/ des politischen Karussels darüber mal Gedanken machen wie man dieses Problem anpacken kann.
    “Ich geh Hartz 4 auf IBIZA beantragen, ätsch” Oder geht das nicht??? (grübel, grübel,grübel, hä?)

  3. Wer weniger an reißerischen, denn tatsächlichen Fakten aus Sicht der Muslime interessiert ist, dem sei ganz herzlich das neue Buch “Integrationsunwillige Muslime?” von Prof. Dr. Ahmet Toprak von der FH Dortmung ans Herz gelegt. Erschienen im Lambertus-Verlag (www.lambertus.de) und erhältlich im Buchhandel bzw. bei amazon und Konsorten.

    Im Gegensatz zu zu Sarrazin macht Toprak Hoffnung, dass Integration immer mehr zweigleisig (und zwar aufeinander zugehend) erfolgen wird. Das Buch macht neugierig auf andere Menschen und Kulturen und sollte von jedem politisch und gesellschaftlich aktiven Menschen gelesen werden. Ein Milieubericht, der wirklich aufweckt, aufklärt und aufmuntert: eine kultursensible Pflichtlektüre .

  4. An Thilo Sarrazin scheiden sich die Geister. Für die einen ist er ein profilneurotischer Provokateur und geistiger Brandstifter, für die anderen ein scharfzüngiger Mahner, der sich traut, Tabu-Themen der Gesellschaft anzusprechen. Was davon ist richtig? Die Antwort gibt Sarrazin jetzt selbst. Mit seinem unsäglichen Geschwätz vom Gen der Juden überschreitet der selbst ernannte Integrations-Experte gleichsam eine rote Linie. Wer einem Volk oder einer Religionsgemeinschaft bestimmte, genetisch bedingte Eigenschaften zuschreibt, ob negative oder positive, der setzt sich dem berechtigten Vorwurf des Rassismus aus. Wer derart fahrlässig daherredet, hat jeden Anspruch verspielt, als ernst zu nehmender Teilnehmer einer öffentlichen Debatte über Zuwanderung und Integration wahrgenommen zu werden. Sarrazin hat mit seinem neuen Buch, selbst wenn sich darin einige diskussionswürdige Ansätze finden lassen, der Integration in Deutschland insgesamt eben keinen Dienst erwiesen. Sarrazin spaltet und grenzt aus, damit disqualifiziert er sich selbst. Sozialdemokrat Sarrazin scheint es inzwischen auf einen Rauswurf aus Partei und Bundesbank anzulegen. Er bastelt offenbar an seinem eigenen Märtyrer-Denkmal. Das zeigt: Es geht ihm letztlich nicht um die Sache, sondern um sein Ego.

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