KARPFENTEICH

Vor ein paar Tagen die Nachricht von den überquellenden Steuereinnahmen, heute die von einem deutschen Wachstum, welches andere große westliche Volkswirtschaften abhängt… Auch wenn viele Menschen in Deutschland glauben, dass die Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür gesorgt habe, dass es ihnen wirtschaftlich gut geht – laut ARD-Deutschlandtrend von gestern Abend 72 Prozent der Befragten -, hat Deutschland diesen Erfolg nicht allein aus eigener Kraft geschafft.

Die entscheidenden Vitaminspritzen kamen von anderer Seite. Die erste: Das Öl ist wider Erwarten günstig… Die deutsche Industrie profitiert davon. Die zweite Vitaminspritze: Der Dollar wird durch die Zinserhöhungen in den USA immer stärker, der Euro schwächer. Das hilft der stark auf den Export ausgerichteten deutschen Wirtschaft erheblich. Und die dritte Spritze: Die niedrigen Zinsen. Auch hierfür kann niemand in Deutschland etwas, im Gegenteil: Gerade hier ist der Ruf nach höheren Zinsen am lautesten…

Sicher spielt auch der Konsum eine wichtige Rolle für den Aufschwung, aber Deutschland profitiert ganz wesentlich von äußeren Bedingungen. Sich dies klar zu machen, ist wichtig. Denn von den anderen großen Volkswirtschaften werden in der nächsten Zeit Forderungen an Deutschland herangetragen werden: Von Frankreich die nach mehr europäischer Solidarität, von den USA nach einem Abbau der deutschen Handelsüberschüsse, von Großbritannien die nach einem milden Brexit-Abkommen. Von den Wohlfahrtsgewinnen, die Deutschland nicht aus eigener Kraft erwirtschaftet hat, wird dann abzugeben sein – zurecht.

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