KARPFENTEICH

Dies ist die Geschichte von Schande und Ehre, von Macht und Moral, von Verbrechen und Verzweiflung. Dies ist die Geschichte von Saudi-Arabien und Ban Ki Moon… Das erste Opfer: Die Kinder, getötet, verstümmelt, als Soldaten rekrutiert. Zum Beispiel im Jemen-Krieg…, in dem die saudi-arabisch angeführte Militärkoalition für 60 Prozent aller dort getöteten und verstümmelten Kinder verantwortlich ist.

Das zweite Opfer: Die Vereinten Nationen. Die UN hat nämlich die von den Saudis angeführte Militärkoalition auf die jährlich erscheinende UN-Liste der Schande gesetzt. Eine Liste, die Täter benennt, nach Faktenlage. Fast 50 Schulen und Krankenhäuser haben sie im Jemen bombardiert. Schüler, Patienten getötet. Diese Schande aber reichte Saudi-Arabien offenbar noch nicht. Jetzt setzten sie auch noch den UN-Generalsekretär unter Druck, Motto: Du streichst uns von der bereits veröffentlichten Liste der Schande, oder wir streichen unsere beträchtlichen Mittel für laufende UN-Projekte.

Das dritte Opfer dieser Geschichte…: Ban Ki Moon. Was soll ein UN-Generalsekretär…, dem das Schicksal von Kindern, Hungernden, Flüchtenden am Herzen liegt, tun, wenn mächtige Geldgeber… den Chef der Weltregierung schamlos vor eine solche Alternative stellen? Spätestens hier übrigens rächt sich bitter, dass viele UN-Etats… ausschließlich durch freiwillige Spenden finanziert sind, Geldgebern, wie Saudi-Arabien, so Erpressungspotential an die Hand gegeben wird.

Herr Ban hat sich in diesem moralischen Dilemma für die Kinder entschieden, für die Hilfsgelder, gegen die Moral. Herr Ban sollte gehen…, weil er ein ehrenwerter Mann ist. Er sollte die Schande Saudi-Arabiens durch seinen Rücktritt komplettieren… Nicht ein Staats- oder Regierungschef, nicht ein Außenminister, nicht ein einziger UN-Botschafter eines Mitgliedslandes dieser Vereinten Nationen hatte den Mut, Herrn Ban beizustehen. Die Liste der Schande müsste 196 UN-Mitgliedstaaten lang sein. Aus den Vereinten Nationen sind die beschämten Nationen geworden… Wenn UN-Berichte, die Menschenrechtsverletzungen dokumentieren, unter Beschuss geraten, dann – so sagte Herr Ban – sollten die UN-Mitgliedstaaten die Mechanismen verteidigen, die sie selbst erschaffen haben. Niemand aber verteidigte die Liste der Schande, niemand Herrn Ban. Und die Moral der Geschichte von Schande und Ehre: Es gibt keine Moral mehr…

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