KARPFENTEICH

Suspektes Staatsoberhaupt

Erdogan, ein aus vielerlei Gründen höchst suspektes Staatsoberhaupt, soll die aus Griechenland gegen ihren Willen zurückbeförderten Flüchtlinge aufnehmen und dafür Milliarden von der EU erhalten, zuzüglich Visafreiheit für seine Landsleute und freundlicher Beitrittsperspektiven. Weil die EU sich verpflichtet, später einem Teil der Flüchtlinge Schutz zu gewähren, wird das der Öffentlichkeit als “europäische Lösung” verkauft. Soweit der Plan. Dessen Verwirklichung wird maßgeblich davon abhängen, ob dieser Handel vor den Gerichten besteht, die Türkei ihren Part tatsächlich erfüllt und sich in Europa, was als zweifelhaft gelten darf, genügend Staaten für die weitere Flüchtlingsaufnahme finden. Der größte Fehler aber besteht darin, so zu tun, als sei die EU noch eine intakte Wertegemeinschaft – und sich so vor einer harten Auseinandersetzung zu drücken, die um der Zukunft der Union willen geführt werden muss.

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