KARPFENTEICH

Rote Linie für Europa?

Wer kann Russland und den Iran davon abhalten, in Syrien eine humanitäre und geopolitische Hölle zu schaffen, in der nur noch (der syrische Präsident Baschar al-)Assad und der IS übrig bleiben? Die Frage stellen, heißt sie beantworten: allein die Amerikaner. Die USA und Russland hatten sich auf eine Waffenruhe in Syrien verständigt, die am Anfang der Genfer Verhandlungen stehen sollte. Doch während die USA dementsprechend auf ihre Verbündeten einwirkten, legte die Gegenseite noch kräftig zu. Wenn (US-Präsident Barack) Obama sich derartig von (dem russischen Präsidenten Wladimir) Putin täuschen lässt, dann ist das nicht mehr “Lenken von der Rückbank aus”, sondern aus dem Kofferraum. Obamas tiefe Abneigung gegen den Einsatz amerikanischer Bodentruppen im Nahen Osten, besteht zu Recht. Dies jedoch auch öffentlich zu erklären, hat seinen Einfluss in der Region auf ein Minimum reduziert. Obama muss nun in Aleppo eine rote Linie ziehen. Wenn er sich dort – nach der Ukraine – erneut vor vollendete Tatsachen stellen lässt, wird diese Stadt zur letzten Ruhestätte seiner Außenpolitik.

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