KARPFENTEICH

www.medizin-am-abend.blogspot.com

Die Arbeitslosigkeit auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung, die Beschäftigung auf Rekordniveau, die Kassen der Arbeitsagentur gut gefüllt…. Selbst der angebliche Jobkiller Mindestlohn hat dem Aufschwung nichts anhaben können. Eigentlich gute Voraussetzungen, um die größte Herausforderung dieser Tage zu bewältigen: Nämlich die hunderttausende Flüchtlinge zu integrieren, die in Deutschland jetzt einen Neuanfang suchen…

Die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt wird ein zäher Marathonlauf, kein schneller Sprint….. Aber wir sollten darüber nicht die Chancen übersehen, die sich uns bieten… Um sechs Millionen wird die Zahl der Erwerbspersonen in den kommenden 15 Jahren sinken, wenn wir nicht gegensteuern. Die Folgen sind absehbar: weniger Investitionen, weniger Jobs, und das alles vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft, in der immer weniger Junge immer mehr Alte finanzieren müssen.

Zu einer gezielten Einwanderungspolitik, die diesen Trend umkehren könnte, hat der Politik bis heute die Kraft gefehlt. Um so wichtiger, dass wir nun die Chancen ergreifen, die sich mit der ungesteuerten Zuwanderung bieten. Also alle Kräfte mobilisieren, damit die Neuankömmlinge schnell heimisch werden und möglichst rasch selbst für ihren Unterhalt sorgen können.

Dass das einfacher gesagt als getan ist, sehen wir in der Praxis. Da warten Flüchtlinge nach wie vor monatelang auf ihr Asylverfahren, weil Dolmetscher fehlen. Solange aber die Bleibeperspektive nicht geklärt ist, muss man von Integration nicht reden. Ohne schnellen Spracherwerb geht gar nichts. Doch es mangelt an Deutschkursen.

Völlig unvorbereitet sind auch die Schulen, die jetzt Tausende neuer Kinder aufnehmen sollen – ohne Plan und meist auch ohne zusätzliches Personal. Dass das nicht gutgehen kann, sollte jedem klar sein. Höchste Zeit, die fruchtlosen Debatten über Obergrenzen und Kontingente zu beenden und sich den wirklich wichtigen Fragen zuzuwenden. Sonst könnte das kleine Wunder am Arbeitsmarkt bald wirklich vorbei sein.

Tweet about this on TwitterShare on Facebook0Share on Google+0Share on LinkedIn0
Author :
Print