KARPFENTEICH

An alle Niedergeschlagenen und Enttäuschten nach diesem Olympiavotum: Seid froh, dass es bei diesem knappen Ergebnis gegen die Spiele ausgegangen ist. Die Vorstellung, Hamburg hätte seine Bewerbung auf Basis einer knappen 52-Prozent-Mehrheit bis ins Entscheidungsjahr 2017 schleppen müssen, ist selbst für Liebhaber langwieriger sportpolitischer Debatten ziemlich unerfreulich.

Nun also das Ende mit Schrecken für alle Parteien, bis auf die Linke. Was bleibt: Die Einsicht, dass die Bürger in Hamburg gefragt werden wollen, wenn wichtige Entscheidungen anstehen. Knapp über 50 Prozent Beteiligung am Referendum machen Hoffnung, dass direkte Demokratie doch funktionieren kann.

Dass die Links-Partei, die politische Siegerin dieser Abstimmung, nun feststellt, der rot-grüne Senat in Hamburg habe nach der Niederlage keine Regierungsgrundlage mehr, ist natürlich blanker Unfug. Es gibt reichlich Themen in der Stadt, an denen sich diese Koalition beweisen kann: Die Flüchtlinge sind nur eines davon.

Olaf Scholz und sein nimmermüder Sportsenator Neumann haben eine Olympiabewerbung hingelegt, die die großen Chancen für Hamburg aufzeigen konnte. Einziger, aber entscheidender Makel: Scholz hatte finanzielle Sicherheit versprochen. Doch im Finanzkonzept waren sechs Milliarden ungedeckt, die der Bund zuschießen sollte. Bis zuletzt verweigerte Berlin konkrete Zusagen, das Bedauern von Finanzminister Schäuble über das Nein zu Olympia dürfte in Hamburger Ohren ziemlich verlogen geklungen haben…

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