KARPFENTEICH

EU – Mitgliedsstaaten

Es läuft immer nach dem gleichen Muster: Ein Boot gerät in Seenot, Hunderte sterben, man zeigt sich erschüttert… und dann macht man doch weitgehend nichts. – Gut, sicher ein bisschen was macht man schon, hat man gemacht… In jedem Fall ist Rettung für Flüchtlinge nach wie vor Glückssache. Auch jetzt kam ja die Hilfe deutlich zu spät.

Das ist traurig. Aber mindestens so traurig ist es, dass Europa durchaus mehr tun könnte… Aber die bittere Wahrheit ist: Europa will das gar nicht. Denn wie würde das passen zu dem, was an populistischen Stimmungen derzeit in beinahe allen EU-Mitgliedsstaaten durch die Gesellschaften schwappt… unter der Überschrift: Das Boot ist voll…

So hat man das bisher am rechten Rand gesehen. Aber dieser Rand greift sich immer mehr Raum und ist längst vorgedrungen bis in die Mitte der Bevölkerung. Und in solch einer Atmosphäre wollen verantwortliche Politiker in den EU-Staaten offenbar nicht erklären müssen, dass es ein schlichtes Gebot der Menschlichkeit ist, anderen das Leben zu retten, und dass man dafür alles tun muss – was am Ende auch die Bereitschaft bedeutet, mehr Flüchtlinge aufzunehmen… – denn genau diese Bereitschaft fehlt.

Und deshalb hat Juncker natürlich Recht: Man muss sich dem menschenverachtenden Populismus entgegenstellen und man muss Menschen retten wollen… Europa darf keine Festung bleiben. Erst dann wird das Sterben im Mittelmeer ein Ende haben.

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