KARPFENTEICH

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, geht von einer weiterhin hohen Zuwanderung aus Osteuropa aus, hält Sorgen vor Sozialtourismus aber für unbegründet. Der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Samstagausgabe) sagte Weise: “Wir erwarten, dass 2015 die Zahl der in Deutschland lebenden Bulgaren und Rumänen weiter zunimmt.” Für viele Bulgaren und noch mehr für Rumänen gelte, dass sie gut qualifiziert seien und in ihrer Heimat viel aufgegeben hätten, um in Deutschland ihr Glück zu machen. “Die Arbeitslosenquote der Rumänen und Bulgaren liegt derzeit bei 10,8 Prozent”, sagte Weise. Das liege zwar deutlich über der allgemeinen Arbeitslosigkeit. “Doch auch bei ihnen ist die Zahl der Arbeitslosen um 0,6 Prozentpunkte gefallen.” Anders sehe es dagegen bei Langzeitarbeitslosen aus. ” 14,9 Prozent der Bulgaren und Rumänen beziehen Hartz-IV-Leistungen. Das ist ein Anstieg um 4,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.”

Für den gesamten Arbeitsmarkt erwartet BA-Chef Weise für 2015 im Jahresdurchschnitt 2,79 Millionen Arbeitslose. Das wären 110000 Arbeitslose weniger als im Vorjahr. Befürchtungen, der Mindestlohn könnte flächendeckend Jobs kosten, erteilte Weise eine Absage: “Es ist nicht auszuschließen, dass es in einzelnen Betrieben, zum Beispiel im Taxigewerbe, zu einem Jobabbau kommen kann. Andererseits könnte in anderen Branchen der Mindestlohn auch den Anreiz erhöhen, eine Arbeit aufzunehmen.” Eine Million Arbeitsplätze, wie manche fürchteten, werde der Mindestlohn sicher nicht vernichten, so der BA-Chef.

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