KARPFENTEICH

Geldpolitische Atombombe

In der Europäischen Zentralbank sind die Würfel gefallen. Am Donnerstag wird EZB-Chef Draghi das tun, was er im Juli 2012 angekündigt hat: Er zündet die geldpolitische Atombombe. Nach der Devise rette sich wer kann hat die Schweiz dem Euro schon adieu gesagt. Jetzt geht auch die Kanzlerin in Deckung. Ihre eindringliche Mahnung an Draghi, die EZB dürfe nicht Staaten finanzieren und so alle Reformanreize zerstören, ist bemerkenswert. Nur selten fahren Staatschefs der unabhängigen EZB so in die Parade. Allein: Die Warnung kommt zu spät. Wäre es der Kanzlerin ernst gewesen, hätte sie Draghi früher stoppen müssen. So aber kommt ihre Erklärung daher wie eine Protokollnotiz. Was immer jetzt passiert mit dem Euro, dem Geldwert, den Haftungsrisiken: Merkel wäscht ihre Hände in Unschuld.

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