KARPFENTEICH

Präsident der EU-Kommission

Jean-Claude Juncker ist am Ende, bevor er als neuer EU-Kommissionspräsident überhaupt richtig angefangen hat. Von diesem Steuertrickser wird sich im Chaos-Club namens Europäische Union niemand mehr etwas sagen lassen – weder Großbritannien, dessen Euroskeptiker David Cameron zwei Milliarden Mitgliedsbeiträge an die EU einfach nicht bezahlen will, noch die Regierungen in Paris und Rom, die alle EU-Auflagen in Sachen Schuldenabbau und Arbeitsmarktreformen lächelnd ignorieren.

Luxemburgs ehemaliger Finanz- und Premierminister Jean-Claude Juncker hat durch die Enthüllungen über den Luxemburger Steuersumpf sämtliche Autorität als Chef-Europäer verloren. Weil Juncker in der Vergangenheit seine einflussreichen Brüsseler Ämter schamlos und systematisch ausgenutzt hat, um seinem Großherzogtum einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen als Europas Bankenoase und Amazon und Co. weitgehend von dem zu befreien, was diese Konzerne am meisten hassen – nämlich Steuern.

Juncker ist der mächtigste Lobbyist, den Luxemburg je hatte, und der effizienteste Steuervermeidungsanwalt, den sich multinationale Konzerne wünschen können. Nachdem die Luxemburger ihn als Regierungschef nicht mehr wollten, hätte der gewitzte Juncker eine Consulting-Firma nahe der Brüsseler EU-Kommission aufmachen sollen. Da wäre der Strippenzieher am richtigen Platz.

Als Präsident der EU-Kommission ist der charmante Steuertrickser eine folgenschwere Fehlbesetzung. Das Projekt Europa ist vom Scheitern bedroht. Jean-Claude Juncker hat schon jetzt nicht mehr die Autorität, um es zu retten.

Tweet about this on TwitterShare on Facebook0Share on Google+0Share on LinkedIn0
Author :
Print

Comments

  1. Alle haben es gewusst, seit vielen Jahren, alle haben zugesehen, keiner hat wirklich etwas unternommen. Und so wirds auch weiterhin bleiben, weil Banken, Versicherungen, Konzerne einfach stärker sind als Politiker.

Comments are closed.