KARPFENTEICH

Interesse der EU

Es ist ganz einfach im Interesse der EU, dass Großbritannien nicht isoliert wird, denn die Briten könnten sonst aus innenpolitischen Gründen fast gezwungen sein, den Weg aus der EU zu nehmen. Genau das droht ja jetzt, wenn sie spätestens 2017 – so hat Cameron angekündigt – ein Referendum über Verbleib oder Austritt aus der EU haben werden. Und wenn Cameron bis dahin nicht vermitteln kann in Großbritannien, dass es von Vorteil ist für das Land, in der EU zu verbleiben, dann werden sie wohl gehen. Und eine EU ohne Großbritannien ist schlechterdings schwer vorstellbar…

Es gibt diese Stimmen (in Europa, die sagen: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende), und es gibt sie auch in den letzten Jahren immer mehr. Und es wird dann da hinzugefügt: Im Grunde braucht die EU Großbritannien weniger als umgekehrt. Aber andererseits: Es ist ein gewichtiges Mitglied, wenn auch nicht Gründungsmitglied, aber man möchte es nicht verlieren – ein Land mit diesem außen- und verteidigungspolitischen Schwergewicht, letztendlich auch mit besten Beziehungen, speziellen Beziehungen zu den USA. Und dann kommt ja hinzu: Den Finanzplatz London außerhalb der EU dann zu haben, auch außerhalb der Regulierungsversuche der EU – Stichwort zum Beispiel: Begrenzung der Boni, die über die EU gelaufen sind – das ist nichts, was unbedingt positiv sein kann.

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