KARPFENTEICH

Deutschland ist großzügig: Die Entscheidung, 10.000 weitere Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen, ist gut. Denn dort spielt sich eine Katastrophe ab… Die internationale Staatengemeinschaft ist nicht in der Lage, den Konflikt zu beenden… Wenn die Außenpolitik scheitert, dann bleibt nur noch die Möglichkeit, mit den Folgen umzugehen, das Leid zu lindern.

Die jüngste Ankündigung von Bundesinnenminister de Maizière und den Innenministern der Länder hat jedoch Kritik auf sich gezogen: Deutschland tue nach wie vor nicht genug, es sollten noch mehr Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen werden. Ja, es wäre wünschenswert, aber viel ärgerlicher ist es, dass die europäischen Nachbarstaaten sich nicht stärker engagieren. Sie müssen in die Pflicht genommen werden, denn weitere 10 000 Personen aufzunehmen, ist nett, aber nicht wirklich hilfreich angesichts dieser Flüchtlingswelle.

Im Libanon leben über eine Million Syrer, obwohl der Staat gerade mal über 4 Millionen Einwohner hat; auch Jordanien und die Türkei sind stark belastet. Die Bundesregierung muss deswegen den Druck auf die europäischen Partner erhöhen und dafür sorgen, dass Europa insgesamt besser hilft. Mehrere europäische Länder können weitaus mehr tun als Deutschland alleine. Die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland hilft jedem Einzelnen. Das ist auch gut so. Aber das Problem ist viel zu groß, als dass Deutschland alleine es lösen könnte. Wer die Bundesregierung laut kritisiert, 10.000 das sei nicht genug, der sollte dies auch bedenken.

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