KARPFENTEICH

EZB Mandat

“Enteignung! Hochgefährlich! Das Ende des Kapitalismus!”… Europa, so scheint es, befindet sich in heller Aufregung. Liebe Kritiker der Europäischen Zentralbank: Geht es vielleicht auch eine Nummer kleiner?… Kritiker der Zinssenkung tun manchmal so, als sei die EZB für die Vermehrung unseres Vermögens durch Zinsen zuständig. Das ist sie nicht…. Sie hat ein klar formuliertes Mandat: Erstens soll sie das Preisniveau in der Eurozone stabil halten; zweitens Wachstum und Beschäftigung fördern, sofern die Preisstabilität dadurch nicht gefährdet wird. Genau das macht die EZB seit Jahren, und genau das hat sie heute wieder getan.

Mit einer Inflationsrate von 0,5 Prozent in der Eurozone ist der Preisanstieg viel geringer als das, was fast alle Ökonomen erstrebenswert finden. Manche warnen sogar vor einer Deflation… Die EZB musste also handeln. Allen Kritikern mit deutscher Brille sei gesagt: Das Schöne an der EZB ist das E vor dem ZB. Die Europäische Zentralbank hat im Moment vor allem den Süden Europas im Blick… Mario Draghi hat ein Paket geschnürt, das Griechenland, Spanien, Italien, Portugal und auch Frankreich helfen wird. Die Aufseher der europäischen Bankenunion flankieren und werden verhindern, dass die Banken sich mit dem günstigen Geld ungesund aufplustern und womöglich pleitegehen.

Bleiben die Sorgen der deutschen Sparer. Ihnen sei gesagt, dass nur ein Aufschwung in ganz Europa zu höheren Zinsen führen kann. Die EZB hat dieses Ziel nicht aus den Augen verloren. In der Zwischenzeit sollten sich Sparer von den Horrorvisionen der Kritiker nicht zu sehr leiten lassen… Bei 1000 Euro und der aktuellen Inflationsrate verliere ich pro Jahr 3,50 Euro. Eine Enteignung ist das nicht und auch kein Ende des Kapitalismus. In unserem Wirtschaftssystem gibt es nun mal keine Garantie, mit Geld Geld zu verdienen. Der EZB sollte man das nicht vorwerfen.

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