KARPFENTEICH

EZB Maßnahmenbündel

Mit seinem Versprechen, alles zu tun, um den Fortbestand des Euro zu sichern, hat (EZB-Präsident Mario) Draghi die Märkte nachhaltig beruhigt und beeindruckt. Doch die EZB droht nun zur Gefangenen dieses Erfolgs zu werden. Immer größer werden die in sie gesetzten Erwartungen. Dabei besteht wenig Grund zum Handeln. Eine Inflation von 0,5 Prozent garantiert faktisch Preisstabilität und führt keineswegs zwingend in eine Deflationsspirale; ein wichtiger Teil der gedämpften Preisentwicklung ist auf notwendige Korrekturen in den Krisenländern zurückzuführen. Null- oder gar Negativzinsen hingegen generieren je länger, je gefährlichere Anreize, Kapital zu risikoreich zu investieren. Die Kreditvergabe ist in manchen Euro-Ländern nicht wegen zu hoher Zinsen gestört (im Gegenteil), sondern wegen der noch nicht sanierten Banken. Das nun von der EZB diskutierte Maßnahmenbündel dürfte wenig bewirken, aber die Kosten eines späteren Ausstiegs aus der unkonventionellen Geldpolitik weiter steigern.

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