KARPFENTEICH

Spielraum der EU?

Keiner weiß im Moment, ob sich nicht Putin in den Kopf gesetzt hat, als Präsident in die Geschichtsbücher einzugehen, der zumindest Teile des alten Sowjetimperiums wieder zu einem Ganzen zusammensetzen möchte, und dem es daher dann herzlich egal ist, ob sein Land dafür ein paar Jahre wirtschaftlich blutet. Keiner weiß wirklich, ob sich Putin Teile der Ukraine einverleiben oder das Land nicht zumindest zur Strafe zerlegen will.

Vielleicht weiß er es auch selbst noch nicht so genau. Mit so einem Spieler an einem Tisch zu sitzen, der sich an keine einzige in den letzten Jahren und Jahrzehnten verabredete Regel hält, schränkt den Spielraum für die EU von vorneherein schon mal ein.

Es gibt leider… keine Wahl: Man muss mit diesem großen und unbestreitbar auch sehr mächtigen Nachbarn weiter leben und daher auch reden. Vielleicht hilft ja denen, die Angst haben, die EU könne in dieser Auseinandersetzung von Russland sozusagen an die Wand gespielt werden, sich eines vor Augen zu halten: Bislang heißt der große Verlierer Russland.

Die europafreundliche Protestbewegung in der Ukraine hat zunächst alle Träume Putins einer eurasischen Wirtschaftsunion zunichte gemacht. Nun geht es darum, zu verhindern, dass die Menschen in der Ukraine selbst am Ende als Verlierer dastehen. Nur eins geht derzeit nicht, schon aus Rücksicht auf die Ukraine – die Karten hinschmeißen und den Tisch verlassen.

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