KARPFENTEICH

Ein Abschluss für den öffentlichen Dienst, und das in relativer Rekordzeit. In drei Runden haben Arbeitgeber und Gewerkschaften ein Ergebnis erzielt, eine Anhebung in zwei Stufen, einen Mindestbetrag…

Kernpunkt der Gewerkschaftsforderung war der Sockelbetrag von hundert Euro mehr. In der Höhe haben sie sich zwar nicht durchgesetzt, aber schon in der zweiten Runde machten die Arbeitgeber klar, dass sie sich einer sozialen Komponente nicht verschließen würden. Nun ist es ein Mindestbetrag geworden, denn egal, ob Einmalzahlung, Sockel- oder Mindestbetrag – das alles kommt prozentual immer mehr den unteren Lohngruppen zugute. Die Argumentation der kommunalen Arbeitgeber, gerade im unteren Lohnbereich müsse man mit der privaten Konkurrenz mithalten können und zahle schon, zumindest im europäischen Vergleich überproportional, konnte sich nicht durchsetzen.

Gesellschaftlich muss man konstatieren, dass die Privatisierungswelle durch zu sein scheint. Der Trend geht eher Richtung Rekommunalisierung. Auch viele Bürger haben verstanden, dass billiger nicht automatisch besser bedeutet. Die Kommunen hätten das Geld lieber gleichmäßig prozentual verteilt, denn sie leiden schon jetzt am Facharbeitermangel.

Bleibt noch die Laufzeit: Die geht zwar zu Lasten der Gewerkschaften, die aber sonst mit dem Ergebnis ganz zufrieden zu sein scheinen… Der Bund als Arbeitgeber kann den Abschluss tragen, er hat nicht einmal ein Viertel so viel Bedienstete wie die Kommunen. Und denen bleibt zwar ein großer Batzen, den sie künftig mehr bezahlen müssen, dafür haben sie aber für zwei Jahre Planungssicherheit.

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