KARPFENTEICH

Der Sieg seiner Partei AKP folgte auf Monate von Unruhen, Skandalen und Demonstrationen, in denen der wütende und wild um sich schlagende Ministerpräsident sogar dazu griff, Twitter und YouTube zum Schweigen zu bringen. Die große Frage ist, welche Richtung der gestärkt aus dem Streit hervorgegangene Erdogan nun einschlägt, nachdem das Land sich in letzter Zeit mit immer aggresiverer Rhetorik vom Westen abgewandt hat. Benutzt er seine gestärkte Machtbasis, um in dem muslimischen Land die antiwestlichen Gefühle weiter zu schüren oder entscheidet er sich für eine Politik der Entspannung? (…) Aber auch Europa muss aktiv das Gespräch mit Erdogan suchen. Obwohl eine EU-Mitgliedschaft der Türkei weit entfernt – und wahrscheinlich gänzlich unmöglich – ist, müssen die Beziehungen normalisiert werden. Und sei es nur, weil verhindert werden sollte, dass sich die Türkei zum islamistischen Nahen Osten ausrichtet.

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