KARPFENTEICH

Die EU hat Fehler gemacht in der Russland-Politik der vergangenen Jahre, nun muss sie aufpassen, dass nicht weitere, verheerendere folgen. Die EU hat Russland zu wenig eingebunden, als es nach dem Ende des Kalten Krieges um die Nato-Osterweiterung ging. Auch beim nur zögerlich geplanten Assoziierungsabkommen mit der Ukraine verzichtete die EU auf den Dialog mit Russland. Nun wollen mehrere EU-Länder, darunter Deutschland, ihre militärische Präsenz an den Grenzen zu Russland verstärken, um die neuen baltischen Nato-Mitglieder zu beruhigen. Die Nato und vor allem die USA sind alarmiert, weil Putin an den Grenzen zur Ukraine Soldaten aufmarschieren ließ. Doch insbesondere Deutschland sollte jetzt nicht ebenfalls die Muskeln spielen lassen. Das untergräbt die Glaubwürdigkeit Merkels gegenüber Putin. Der Gesprächsfaden Berlins mit Moskau ist derzeit fast die einzige Hoffnung, diesen Konflikt zu beruhigen. Eine weitere Eskalation liegt nicht im Interesse der EU – und kann nicht im Interesse Putins liegen, dessen wirtschaftliche Probleme ohnehin zunehmen.

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