KARPFENTEICH

Putin und sein Europa

Putin will nicht Partner des Westens sein, sondern Gegenmacht. Sein Denken hat die Logik des Kalten Krieges nie verlassen. Das gilt auch für seinen Blick auf Europa. Da gibt es mit der Nato und der Europäischen Union aus Sicht des Kreml zwei feindliche geopolitische Gebilde, die sich Schritt für Schritt an Russlands Grenzen ausdehnen. Erstaunlich ist, dass sich dieses Erklärungsmuster auch hierzulande hartnäckig hält. Dabei sollten gerade die Europäer ihre jüngere Geschichte besser kennen. Denn es waren die Polen und Balten, die Tschechen und Ungarn, die sich aus freien Stücken dem westlichen Erfolgsmodell EU angeschlossen haben und die unter den Schutzschirm der Nato drängten – letzteres gerade auch aus Angst vor neuen Machtgelüsten Russlands. Hätte man ihnen die Tür vor der Nase zustoßen sollen?

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