KARPFENTEICH

Mich regt dieses Bild maßlos auf! Und jeder der mir sagt, ich soll mich nicht so haben, macht die Sache nur schlimmer. In neun Tagen muss ich mich entscheiden! Ich bin Wechselwähler, ich bin unentschlossen, ich brauche Alternativen. Dringend! Und ein Kanzlerkandidat, der mich vom Titelblatt aus anschaut wie ein postpubertärer Wutbürger, der hilft da nicht.

Ja, das Bild ist innerhalb der Fotoserie ein Ausrutscher, ja, es ist grob irreführend, dieses Bild derart prominent auf einem Cover zu isolieren. Aber Peer Steinbrück hat sein OK gegeben zu diesem Bild, offenbar gegen den Rat seines Medienfachmanns. Seit Monaten gefällt er sich in der Rolle eines Mannes, der sich nicht verbiegen lässt. Im Umgang mit Journalisten latent aggressiv und dünnhäutig, hält er sich so für authentisch. Doch wer ehrlich ist, wird dadurch nicht zwingend auch sympathischer.

Wenige Prozentpunkte hin oder her können diese Bundestagswahl entscheiden und Peer Steinbrück hat in Sachen Sympathiewert absolut keinen Spielraum. Er handelt unverantwortlich und missachtet all jene, die auf einen Wechsel in diesem Land hoffen. Er scheint mit seiner Kandidatur zu pokern und wirft mal schnell eine Wild Card wie diese ins Spiel. Schlimm genug, dass man als Wähler beurteilen muss, ob ein Kandidat fähig ist. Wer Fotografen diese Vorlage gibt, muss sich die Frage gefallen lassen, ob er überhaupt will.

Wer kennt ihn schon, den wahren Peer Steinbrück. Wir hören, lesen und sehen das, was er von sich preisgibt. Leckt mich! Diese Botschaft ist ein wahrlich interessantes Angebot, neun Tage, bevor sich Wähler entscheiden sollen, diesem Mann einen vierjährigen Vertrauensvorschuss zu geben. Kann es wirklich sein, dass ausgerechnet diese Kanzlerin alternativlos ist?

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