KARPFENTEICH

Europa und die USA

Irritationen hat es ja in der Tat gegeben bei den NATO-Partnern, und da ist dieser Kerry-Besuch auch so ein Versuch der Rückversicherung der Europäer: Wirtschaft ist nicht alles. Es sind zwei Pfeiler der liberalen Demokratie – Nordamerika und Europa. Und deswegen hat man gemeinsame langfristige Interessen. Und dieser Einsicht trägt dieser Besuch Kerrys auch Rechnung…
Dass die Zeiten der USA als Großmacht so ganz vorbei sind, diese Ansicht teile ich nicht. Da ist oftmals der Wunsch der Vater des Gedankens… Auf absehbare Zeit sind die USA sicherheitspolitisch führend, und wollen das auch bleiben. Das hat auch Präsident Obama gesagt, das hat auch John Kerry in seiner außenpolitischen Grundsatzrede vor seiner Reise gesagt… Das heißt nicht, das alles beim Alten bleibt.
Die Europäer werden mehr militärische Verantwortung übernehmen müssen… Wir sehen es in Mali. Mali zeigt aber auch andererseits die Grenzen der Europäer, denn die französischen Soldaten brauchten schließlich amerikanische Transportflugzeuge, um überhaupt nach Mali zu kommen. Und das zeigt schon, wie wir auch sicherheitspolitisch auf die USA angewiesen sind.
Ökonomisch ist das wieder eine andere Frage: Da begegnet man sich auf Augenhöhe, und die USA erwarten, dass die Europäer ihre Probleme mit dem Euro lösen. Aber gleichzeitig haben sie auch hohe Hoffnungen, dass ein solcher transatlantischer Vertrag eben Wachstum und Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Atlantiks schafft.

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