KARPFENTEICH

Die USA ist in Europa

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Obama hat Erfolg gehabt, wo Sarkozy, Zapatero und Brown gescheitert sind: Er wurde mitten in einer schweren Wirtschaftskrise wiedergewählt, aus der die Vereinigten Staaten immer noch nicht herausgekommen sind. Die Arbeitslosigkeit ist während seiner Amtszeit bei 8 Prozent stehen geblieben, die Staatsverschuldung ist explodiert, das Durchschnittseinkommen der Amerikaner wurde weitgehend gekürzt. Der amerikanische Traum, der für den Charakter der Nation wesentlich ist, ist für die Mehrheit der Wähler zu einem Trugbild geworden. Die Amerikaner haben trotzdem selbst die unvollkommene Bilanz und die unsicheren Vorhaben des Präsidenten der gewagten Voodoo-Wirtschaft seiner republikanischen Gegner vorgezogen. Zu Recht. Obama hat die schwersten Schäden, die sein republikanischer Vorgänger angerichtet hat, ausgebessert. Er hat den Zusammenbruch der Wirtschaft seines Landes verhindert, er hat das Gesundheitssystem reformiert und die Automobilbranche gerettet. Und all das, während er zivilisierte Beziehungen zum Rest der Welt unterhielt. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Obama an diesem 7. November 2012 sehr weit entfernt ist von den Hoffnungen, die sein Land vor vier Jahren begeistert haben, sehr weit entfernt von seinem Slogan der “Veränderung und Hoffnung”, und sehr weit entfernt von seinem triumphierenden und optimistischen “Yes, we can”. Obama übernimmt wieder für vier Jahre. Er muss jetzt, frei von allen Wahlsorgen, beweisen, dass er noch etwas verändern kann, auch sein Land.