KARPFENTEICH

Angst vieler Deutscher

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Der Euro-Hüter Mario Draghi weiß um die Angst vieler Deutscher vor einer galoppierenden Inflation. Ein Blick in die düsteren Kapitel der Geschichte des Landes genügt, um diese tief verankerte Sorge zu verstehen. Deshalb war es richtig, dass der Chef der Europäischen Zentralbank im Bundestag den Deutschen klar versprochen hat, die Geldwertstabilität bleibe gewahrt.

Kurzfristig stimmt dies sicherlich. Dem werden auch Draghis Kritiker kaum widersprechen, die erst in den nächsten Jahren mit einem deutlichen Anstieg der Teuerungsrate rechnen. Manche Ökonomen halten diese Entwicklung für so unausweichlich, wie manche Regierungschefs Rettungspakete als alternativlos bezeichnen. Wem soll der Bürger aber noch glauben?

Die Verunsicherung in der deutschen Gesellschaft wächst. Draghis Beschwören eines stabilen Euro würde dann besänftigend wirken, wenn nicht täglich neue Hiobsbotschaften von der Euro-Front kämen und ständig Versprechen gebrochen würden – auch von deutschen Politikern. Die Schuldenunion, die Berlin angeblich verhindern wollte, ist ja längst Realität.

Dass jetzt die Griechen behaupten, sie hätten nach Rettungspaketen, Schuldenschnitt und tränenreich vorgetragenen Reformversprechen einen weiteren Aufschub von Brüssel bekommen, passt zu diesem Tollhaus Europa. Bitter, wie das Vertrauen in den Euro weiter schwindet.