KARPFENTEICH

Ist der Euro wirklich unverrückbar, werthaltig für die nächste Generation? Weidmann scheint davon nicht mehr überzeugt. Dass jetzt in die Öffentlichkeit gelangt, dass er offenbar mehrfach seinen Rücktritt durchspielte…, ist ein beispielloser Vorgang.

Das Rühren der Trommeln, es wird lauter. Die Euro-Krise tritt in eine entscheidende Phase. Vielleicht naht jetzt das Finale. Noch im September könnte das Fallbeil der Troika über den Verbleib Griechenlands im Euro fallen. Das Bundesverfassungsgericht urteilt über den ESM und schon am Donnerstag wird die EZB möglicherweise die Büchse der Pandora öffnen, wird neue Anleihekäufe entfesseln und damit die europäischen Schulden unerträglich vergemeinschaften.

Dass der Bundesbankchef vor diesem kritischen September… die rote Linie markiert, ist sein Recht und seine Pflicht. Wenn Draghi gegen alle Gepflogenheiten öffentlich macht, dass Weidmann im EZB-Rat gegen die Milliarden für den Kauf italienischer und spanischer Anleihen kämpfte, ist das zwar ein Affront unter Notenbankern. Das macht aber nichts. Die Deutschen lernen, da wehrt sich noch einer gegen das Ausbluten Deutschlands in der Gemeinschaftschuldenmacherei…

Beteiligt sich Deutschland weiter am Gelddrucken der EZB, ist irgendwann auch die Bonität Berlins und damit der Euro insgesamt gefährdet. Man kann Weidmann vor diesem September der Entscheidungen nur zurufen: Bleib tapfer und unbeirrbar; versuche weiter, das Anwerfen der Notenpresse zu verhindern. Nur so und nicht anders ist der Euro wirklich unverrückbar.

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Comments

  1. Es ist natürlich schön, wenn Weidmann tapfer weiterkämpft. Innerhalb der EZB bleibt das zwar ohne Folgen, da er einfach überstimmt wird. Aus diesem Grund sollten wir jede weitere Souveränitätsabgabe an EU- Institutionen klar ablehnen.

    Aber immerhin kann so das Thema in die Öffentlichkeit kommen und so vielleicht für den Widerstand sorgen, der nötig ist.

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