KARPFENTEICH

Die Woche der Staatsbesuche

… Die Woche der Staatsbesuche war erst der Anfang des letzten Akts im Euro-Drama um Griechenland… Er werde liefern, hat Samaras diese Woche grimmig versprochen – bei seiner Vorgeschichte gibt es daran berechtigte Zweifel. Aber wenn das Land Misswirtschaft und Korruption den Kampf ansagt, sollten die Euro-Länder auch bereit sein, den Griechen bei den Sparauflagen entgegenzukommen. Die griechische Wirtschaft schrumpft bereits im fünften Jahr, auch weil Griechenland auf internationalen Druck eines wirklich gemacht hat: radikal zu sparen.

Das Land muss seinen Haushalt sanieren, keine Frage. Aber die Euro-Länder hätten Griechenland von Anfang an mehr Zeit dafür geben müssen, um die Wirtschaft nicht völlig kaputtzumachen. Hier also könnte Merkel den Griechen entgegenkommen, die wie immer auf Sparen und Reformen pochte. Denn auch die Kanzlerin weiß, wenn Europa Griechenland fallen lässt, sind nicht nur die Milliardenkredite futsch. Dann braucht das Land weitere massive Hilfe beim Übergang zum harten Leben mit der Drachme.

Nach einem Austritt Griechenlands würde aber der Druck auf Italien und Spanien weiter wachsen. Bei Irland und Portugal, die sich inzwischen berappelt haben, wird es neue Fragezeichen bei Investoren geben. Ein Zerbrechen des Euro wäre dann keineswegs ausgeschlossen – und das will auch die “Griechenpoker” spielende Bundeskanzlerin sicherlich verhindern.

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