KARPFENTEICH

Die EZB

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute ist, dass die EZB gestern nach der Sitzung des Notenbankrates erneut ihre Bereitschaft bekräftigt hat, “alles zu tun”, um den Euro zu retten. Die schlechte ist, dass sie nicht sofort intervenieren wird… und nicht ohne ernsthafte Garantien von Seiten der Staaten… Die europäische Notenbank hat nicht vergessen, dass sie im Sommer 2011 aufgrund der einfachen Zusage Silvio Berlusconis, er werde strukturelle Reformen umsetzen, tätig geworden war. Nachdem sich die Lage beruhigt hatte, wollte sich der Cavaliere dann aber relativ schnell nicht mehr an seine Verpflichtungen erinnern… Wenn die Investoren enttäuscht sind, dann deshalb, weil sich die EZB nicht einfach über den Widerstand der Deutschen Bundesbank gegen jegliche Intervention auf dem Anleihemarkt hinweggesetzt hat… Draghi und die anderen Notenbankchefs hoffen, dass die den hilfsbedürftigen Ländern auferlegten Bedingungen ausreichen werden, damit Jens Weidmann die bittere Pille schluckt. Falls nicht, steht der Bundesbankpräsident auf jeden Fall völlig alleine da: Draghi hat offengelegt, dass eine Intervention im Grundsatz von den siebzehn Notenbankchefs und dem sechsköpfigen EZB-Direktorium “von einer Ausnahme abgesehen” einstimmig beschlossen worden sei.

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