KARPFENTEICH

Juan Antonio Samaranch machte es sich 1992 einfach. “Das waren die besten Spiele aller Zeiten”, sagte der IOC-Präsident in seiner Heimatstadt Barcelona. Sein Nachfolger Jacques Rogge will ihn endlich auch sagen, den Satz von den “best games ever”. In Peking wählte er die Formel “unvergesslich”. Er hätte auch sagen können “hochgezüchtet”, aber das hört sich nicht so gut an.

Das olympische Wettrüsten war in Peking auf dem Gipfel. London will die Wende schaffen, es muss. Das Konzept klingt gut. Poppig soll es werden, lässig und unaufgeregt. England will mit Tradition punkten und dem Charme der Weltmetropole, in der sich alle Kulturen tummeln. Gigantisch ist in London aber nur eines: die Ausgaben für die Sicherheit. Rund eine Milliarde Pfund. 1300 Euro sind das pro Ticket im Schnitt.

Darüber wird man hinwegsehen wie über volle Bahnen oder Schlangen vor dem Eingang, sobald olympisches Flair Einzug hält. Nur ist davon noch nichts zu spüren. Der zündende Funke fehlt bisher. Heute Abend soll er kommen, er muss. Vielleicht reicht schon ein Lied der Rolling Stones, wenn sie denn auftreten. Olympische Spiele bedeuten nicht nur Höchstleistungen der Sportler. Es ist die Vielfalt, das Miteinander der Kulturen, wo wäre das besser aufgehoben als in London? Soll der olympische Gedanke weiterleben, muss er die Menschen wieder in seinen Bann ziehen. Also bitte, liebe Stones, kommt und spielt ein Lied.

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