KARPFENTEICH

Emissionshandel, Nachtflugverbot und harter Wettbewerb: Die Ticketsteuer ist für deutsche Fluggesellschaften nicht der einzige Klotz am Bein, aber ein schwerer. Sie allein soll laut Gutachten dafür gesorgt haben, dass 2011 zwischen zwei und fünf Millionen Passagiere – je nachdem, welcher Seite man glaubt – ferngeblieben sind. Das bringt Air Berlin in Not und schwächt die Lufthansa in ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

Die Ticketsteuer macht nicht nur den Fluggesellschaften zu schaffen. Sie trifft Flughafenbetreiber – auch die regionalen vor der Haustür -, die Tourismusbranche und letztlich die Geschäftsreisenden genauso wie die Urlauber. Die Ticketsteuer wirkt sich auf die gesamte Volkswirtschaft aus – auch deshalb, weil unsere Geschäftswelt immer mehr Mobilität erfordert. Willkürlich belastet der Staat eine Branche, weil er Geld braucht, und bremst dabei Mobilität und Wachstum aus.

Die Ticketsteuer infrage zu stellen ist gut, sie sofort abzuschaffen wäre besser. Denn mit solchen Aktionen koppelt sich Europa vom weltweiten Luftfahrtwachstum ab. Es könnte ganz anders sein: Dubai zum Beispiel hat die Luftfahrt schon vor 25 Jahren zur Schlüsselindustrie erklärt und Rahmenbedingungen für Wachstum geschaffen. Der deutsche Staat aber tut das Gegenteil: Er legt Fluggesellschaften Steine in den Weg.

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