KARPFENTEICH

Waren es die vielen Irritationen im Ausland? Oder die Rabbiner, die im Kölner Beschneidungsurteil ein “fundamentales Problem” für die Existenz jüdischer Gemeinden in Deutschland sehen? Jedenfalls ist die mangelnde Rechtssicherheit bei der Beschneidung jüdischer oder muslimischer Jungen seit gestern auch in der Politik erkannt. Trotz Sommerpause scheint sich geradezu ein Wettlauf zwischen Regierung und Parlament um die beste Lösung zu entwickeln. Das ist gut. Denn es wird viele schlaue Köpfe brauchen, zwischen den drei Grundrechten Religionsfreiheit, Unversehrtheit der Kinder und Erziehungsrecht der Eltern einen rechtssicheren Weg zu finden, der Beschneidungen ermöglicht. Alles andere wäre vor dem Hintergrund der Bedeutung, die diese gerade für Juden hat, hierzulande undenkbar.

Bringt der politische Vorstoß zudem weitere klare Regeln – etwa zur Frage, wer beschneiden darf und wo – hätte das Kölner Urteil am Ende sogar etwas Gutes.

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