KARPFENTEICH

Wer das Elterngeld in Frage stellt, katapultiert Deutschland familienpolitisch zurück in die Steinzeit. War es denn jemals als monitäre Gebärprämie gedacht, das Elterngeld? Soll es schlicht die Geburtenrate ankurbeln, wie einst die Abwrackprämie den Autoabsatz? Wohl nicht!

Das Elterngeld steht für ein neues Idealbild von Familien: Nicht Papa bei der Arbeit und Mama am Herd, sondern Vogeleltern, bei denen beide am Nest bauen und beide ausfliegen, um Würmer für den Nachwuchs zu fangen.

Den konservativen Kreisen in der Union geht das gegen den Strich, allen voran den verbohrten CSU-Vorkämpfern um Christine Haderthauer, die auf Teufel komm raus das Betreuungsgeld einführen wollen: 150 Euro fürs Zu-Hause-bleiben, die noch viel weniger helfen werden, junge Paare und Familien zum Kinderkriegen zu animieren. Den Traditionalisten kommt Volker Kauder nun entgegen, wenn er ohne Not das Elterngeld zur Disposition stellt – ein plumper Versuch, vom Reizthema Betreuungsgeld abzulenken…

Nicht das Elterngeld gehört auf den Prüfstand, sondern die schwarz-gelbe Familienpolitik insgesamt, denn es reicht nicht, dass junge Eltern in den ersten Monaten ohne allzu große finanzielle Einbußen zu Hause bleiben können. Kritisch ist doch die Zeit danach, wenn die Rückkehr in den Job ansteht, wenn ein Kita-Platz gebraucht wird oder eine Tagesmutter…

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