Einschränkungen bei der Verwendung: “Made in Germany”-Label

Posted by Günter K.V. Vetter on 16/01/12

Die Europäische Kommission weist Berichte über angeblich von ihr geplante Einschränkungen bei der Verwendung des “Made in Germany”-Labels zurück. Weder hat die Kommission eine Abschaffung noch eine Erschwernis dieser Herkunftsbezeichnung vorgeschlagen.

In der Diskussion werden bisweilen Regeln für importierte Waren aus Nicht-EU-Staaten und für in der EU hergestellte Waren vermengt. Beides hat aber nichts miteinander zu tun.

Die Kommission plant keine neuen Regeln für Exportgüter aus der EU. Daher soll sich nach Auffassung der Kommission auch an dem Label “Made in Germany” nichts ändern.

Richtig ist, dass die Kommission einheitliche Regeln für Herkunftsbezeichnungen für Produkte angeregt hat, die aus Staaten außerhalb der EU in die Union eingeführt werden – nicht aber für in der EU hergestellte Waren, die exportiert werden.

Für importierte Waren aus anderen Ländern will die Kommission ein einheitliches Vorgehen der 27 EU-Staaten erreichen, derzeit liegt aber auch dazu noch kein Vorschlag auf dem Tisch. Es gibt lediglich erste Diskussionen. Dies hat allerdings nichts mit dem “Made in Germany”-Label zu tun, sondern dient einer einheitlichen Anwendung der gemeinsamen Außenhandelspolitik.

One Response to Einschränkungen bei der Verwendung: “Made in Germany”-Label »»

  1. Comment by Günter K.V. Vetter | 2012/01/16 at 22:27:51

    Lohnstückkosten
    In Deutschland weiterhin sehr hoch

    Anders als oft behauptet, ist Deutschland in den vergangenen Jahren keineswegs übermäßig auf die Lohnbremse getreten. Vielmehr blieben die Lohnstückkosten in der deutschen Industrie seit 1999 unterm Strich konstant. Zwar steht Deutschland damit besser da als die übrigen Euroländer, die von 1999 bis 2010 ein Lohnstückkostenplus von 12 Prozent verzeichneten. In anderen großen Industriestaaten wie den USA und Japan sanken die Kosten – in Euro umgerechnet – dagegen um jeweils fast 30 Prozent. Damit blieben die Lohnstückkosten aller wichtigen internationalen Konkurrenten insgesamt unter Berücksichtigung des Wechselkurseinflusses seit 1999 unverändert.

    Das deutsche Verarbeitende Gewerbe weist daher nach wie vor im internationalen Vergleich das fünfthöchste Lohnstückkostenniveau auf. Der deutsche Produktivitätsvorsprung ist zu gering, um die hohen Arbeitskosten hierzulande wettzumachen. Insgesamt hat die ausländische Konkurrenz einen Lohnstückkostenvorteil von 12 Prozent. Zwar sind mit Großbritannien, Frankreich und Italien gerade die anderen großen europäischen Volkswirtschaften teurer als Deutschland. Doch weitere wichtige Lieferanten von Industriegütern haben deutlich niedrigere Lohnstückkosten – in den USA und Japan etwa beträgt der Abstand zur deutschen Industrie jeweils rund ein Viertel.


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