Die Zusammenarbeit zwischen China und der EU

Posted by Günter K.V. Vetter on 08/01/11
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Der Europabesuch des stellvertretenden Ministerpräsidenten Li Keqiang ist Chinas erste diplomatische Handlung auf hoher Ebene im Jahre 2011. Sie zeigt Chinas zunehmendes Interesse an einer Verstärkung der Zusammenarbeit mit der Eurozone und seine Entschlossenheit, die umfassende strategische Partnerschaft mit der Europäischen Union auf eine höhere Ebene zu bringen.

Lis Reise nach Spanien, Deutschland und Großbritannien vom 4. bis 12. Januar findet zu einem entscheidenden Zeitpunkt statt, da die EU-Länder einschließlich Spaniens mit der Schuldenkrise zu kämpfen haben.

Man geht davon aus, dass sein Besuch zu einer Reihe von Kooperationsabkommen auf verschiedenen Gebieten mit diesen Ländern führen wird, und dazu zählen die Bereiche Finanzen, Handel und Kultur. Er versprach auch diese Woche, dass China weiterhin spanische Staatsanleihen kaufen werde.

Lis jüngstes Versprechen entspricht Chinas Entschlossenheit, die EU zu unterstützen und ihm dabei behilflich zu sein, mit der einzigartigen Schuldenkrise fertigzuwerden.

Zusammen mit Chinas zunehmender Vorliebe für Waren und Dienstleistungen der EU wird Lis Versprechen eine Finanzspritz e für die Eurozone bedeuten und dazu beitragen, die Auswirkungen der Finanzkrise zu überwinden und das Vertrauen in den Euro wiederherzustellen.

Verstärkte Handelsbeziehungen zwischen China und der EU werden auch eine positive Wirkung auf die weltweite wirtschaftliche Erholung haben.

Seit Jahren schon ist die EU Chinas größter Handelspartner und das größte Ziel seiner Exporte, während China der zweitgrößte Handelspartner der EU ist und die größte Quelle ihrer Importe.

Das hohe Maß an Interdependenz zwischen den beiden Wirtschaften und die zunehmende Zusammenarbeit bedeuten, dass es in Chinas Interesse liegt, die EU-Länder in schwierigen Zeiten zu unterstützen. Es zeigt auch, dass China im Zuge zunehmender wirtschaftlicher Schlagkraft dazu bereit ist, mehr internationale Verantwortung zu übernehmen.

Die Zusammenarbeit zwischen China und der EU in den Bereichen Handel und Wirtschaft ist der Eckstein der bilateralen Beziehungen, wobei es in den vergangenen 35 Jahren in einem breiten Spektrum ein deutliches Wachstum gegeben hat. China und der Block aus 27 Mitgliedsländern sollten als zwei weltweit bedeutende Wirtschaften ihre makroökonomische Politik koordinieren und gemeinsam den Handelsprotektionismus bekämpfen, damit sie gemeinsam dazu beitragen können, dass die Weltwirtschaft so bald wie möglich eine nachhaltige Erholung erfährt.

Um einen ausgeglichenen bilateralen Handel zu erreichen, sollte die EU Schritte unternehmen, um die Beschränkungen beim Export von High-Tech-Gütern aufzuheben. Sie sollte auch Anstrengungen unternehmen, die protektionistische Tendenz gegen chinesische Produkte rückgängig zu machen.

Vor dem Hintergrund dessen, dass die EU China noch den Status einer Marktwirtschaft gewähren muss, hegt man die Hoffnung, dass in dieser Hinsicht in diesem Jahr ein gewisser Durchbruch erzielt werden kann.

Die beiden Seiten sollten auch ihre Zusammenarbeit auf bilateralen und multilateralen Ebenen vertiefen, um wichtige globale Fragen wie d en Klimawandel, weltweite Wirtschaftsführung und eine Reform des Weltfinanzsystems anzugehen.

Damit die bilateralen Beziehungen stetig und gesund wachsen können, sollten beide Seiten das gegenseitige Vertrauen vertiefen und den Sorgen und Kerninteressen des jeweils anderen Beachtung schenken.

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