EU-Rettungsschirm
Merkel hat ihre Gründe, vor allem verfassungsmäßige, die ehrenwert sind. Sie sorgt sich um ihre Steuerzahler. Und sie hat die Moral auf ihrer Seite: Die Risiken, die von den Märkten eingegangen werden, dürfen nicht zu 100 Prozent von den Staaten übernommen werden. Aber Merkel liegt in Bezug auf den Zeitplan falsch. Jetzt, inmitten der Vertrauenskrise, ist nicht der Moment, Vorschläge zu machen, die die Kosten für Irlands Schulden nur noch weiter steigen lassen können. Jetzt ist der Moment, sich vereint und solidarisch zu zeigen. Aber ist das der Wunsch Berlins?
In dieser Episode hat Angela Merkel eine Schlüsselrolle gespielt. Ihre wiederholten Forderungen, wonach auch private Investoren bei solchen Zahlungsunfähigkeiten künftig eine Rolle übernehmen müssen, haben Öl ins Feuer gegossen. Sicherlich, im Grunde kann man diese Idee ohne weiteres rechtfertigen. Doch sowohl der Moment als auch die Art und Weise dieser Forderungen, die hinsichtlich Zeitplan und Modalitäten vage blieben, kamen denkbar ungelegen, mitten in der Krise.


