Sarrazins Meinungsfreiheit

Posted by Günter K.V. Vetter on 09/09/10
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sarrazin117.html

Dieser Mann provoziert, er polarisiert: Thilo Sarrazin. Lange sind Redaktionen nicht mehr mit so vielen Leserbriefen und Internetbeiträgen überschüttet worden. Alle sagen ihre Meinung. So wie Thilo Sarrazin es regelmäßig tut. Und trotzdem: Ausgerechnet jetzt sehen einige Medien die Meinungsfreiheit in Gefahr.

3 Responses to Sarrazins Meinungsfreiheit »»

  1. Comment by Mauersegler | 2010/09/09 at 10:51:33

    Endlich ist es (Herrn T. Sarrazin) einmal gelungen, uns, das sg. „Wahlvolk“ in „Stimmung“ zu bringen!
    Das, was uns doch sichtlich Politik- und Wahlverdrossen gemacht hat, sind doch unsere „Volksvertreter“, die den Anschluß zur Basis längst verloren haben. Sie hinterlassen doch nur noch den Eindruck, für „ihre“ Altersversorgung auf den gepolsterten Stühlen die Zeit abzusitzen.(Und das gilt für unsere gesamte Parteienlandschaft.)
    Die Ohren unserer „Regierenden“ sind doch gar nicht mehr auf uns, das Volk – oder wie der neue Wortlaut heißt : „Bevölkerung“ und auch „Gesellschaft“ – gerichtet.
    Unsere Stimmen, die vor 20 Jahren gemeinsam dazu aufgerufen haben:“ Wir sind das Volk!“ haben doch schon gleich nach der „ersten freien Wahl“ zur Wiedervereinigung bei unseren Parlamentariern Unwohlsein verursacht.
    Schnell hat man sich wieder darauf besonnen, was die Geschichte schon vor über 2000 Jahren durch „Julius Cäsar“ die Politiker gelehrt hat: „Gib dem Volk Brot und Spiele und du kannst mit dem Volk machen was du willst!“
    Das Ganze gepaart mit der Präambel von Winston Churchill: „Du kannst einem Volk jede Lüge erzählen, sie muß nur phantastisch genug sein“, hat uns doch gleich wieder „eingelullt.“

    Funktionierte immerhin wunderbar, bis, ja, bis Herr Sarrazin aufgetreten ist und uns endlich bei den Ohren packte, um uns wachzurütteln aus unserer Lethargie der cäsarischen Verdummung und der angewandten wörtlichen Irreführung des Herrn Winston Churchill.

    Wir sollten für Herrn Sarrazin und unsere gleichlautende Meinung wieder auf die Straße gehen – wie es uns die Franzosen jedes Jahr mehrfach vorleben – um uns erneut Gehör damit zu verschaffen: „Wir sind das Volk!“
    Mein Gott, sind wir ein Volk!
    Mauersegler

  2. Comment by ebook leser | 2010/09/09 at 18:52:58

    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bedeutung von Meinungsfreiheit hervorgehoben. Sie würdigte den dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard. Kurt Westergaard ist bekannt fürs seine Mohammed Karikaturen. Zu Sarrazins Buch sagte Merkel, dass dieses ausgrenzend wirke und ähnliche Äusserungen. Das verstehe ich nicht. Ist das nicht ein absoluter Widerspruch.

  3. Comment by Günter K.V. Vetter | 2010/09/10 at 15:21:01

    Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, hat den Rücktritt Thilo Sarrazins von seinem Bundesbank-Posten ausdrücklich begrüßt. “Dieser Schritt war überfällig. Jetzt sollte Herr Sarrazin auch konsequent sein und die SPD schleunigst verlassen”, sagte Kolat der “Leipziger Volkszeitung” (Sonnabend-Ausgabe). Es sei letztlich auch egal, ob Sarrazin damit dem Bundespräsidenten eine politische Entscheidung erspart hat. “Zum Glück hatten Bundesregierung und Bundespräsident zuvor klar signalisiert, dass sie für eine Abberufung Sarrazins sind. Jetzt ist es wichtig zu verhindern, dass sein Abschied von der Bundesbank mit einem ,Goldenen Handschlag’ versüßt wird.”

    Die Zuwanderungs-Thesen hätten bereits enormen Schaden im In- und Ausland angerichtet. “Türkische Eliten in Deutschland, die zu den Leistungsträgern der Gesellschaft gehören, fragen sich, wie so eine aufgeputschte, feindliche Stimmung in Deutschland möglich ist. Einige gehen auf Distanz, andere denken über Abschied nach”, sagte Kolat. Sarrazin habe zudem dafür gesorgt, dass die Aufbruchsstimmung nach dem Integrationsgipfel und dem nationalen Integrationsplan der Bundesregierung weg ist. “Ich fürchte, jetzt wird nur noch über Verschärfung von Aufenthalts- und Zuwanderungsregelungen diskutiert. Das wirft uns in der Debatte über eine gelingende Integration um Jahre zurück.”

    Der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Maria Böhmer, warf Kolat Versagen vor. “Als es brannte, war sie nicht da. Leider hat sie versagt, als sie wirklich gebraucht wurde. Sie hätte ihre Reise nach Kanada abbrechen müssen und hier klar Position beziehen müssen”, kritisierte Kolat. Die Konsequenz aus dieser Panne sei eine notwendige Aufwertung des Integrationsbeauftragten. “Wir brauchen ein größeres Bundesministerium, in dem der Bereich Integration fest verankert ist und eine größere Rolle spielen muss”, so Kolat.


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