MediaMonitoring:Karpfenteich+Türkei

Posted by Günter K.V. Vetter on 09/09/10
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TD-IHK-Präsident für EU-Beitritt der Türkei
“Die Türkei abzulehnen ist verhängnisvoll”, so zitiert HÜRRIYET in einer Schlagzeile auf der Titelseite den Präsidenten der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer (TD-IHK), Rainhardt Freiherr von Leoprechting. Der EU-Beitritt der Türkei liege im Interesse beider Seiten, hat der TD-IHK-Präsident in einem Interview der Zeitung unterstrichen. Nachdem die CSU im Vorfeld der Europawahl 2009 offen Position gegen den türkischen Beitritt bezogen habe, sei er aus der Partei ausgetreten.
Özkan verweist auf die Bringschuld der Migranten
“Wer die Sprache nicht beherrscht, hat keine Chance”, so zitiert HÜRRIYET in einer Schlagzeile auf der Titelseite die niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan. Wer die deutsche Sprache lerne, habe eine Chance auf Erfolg, wer sie nicht lerne, habe diese nicht, habe Özkan unterstrichen. Integration sei eine Bringschuld für Migranten, so Özkan weiter. So müssten sie dafür Sorge tragen, dass ihre Kinder Deutsch lernen und Kitas und Kindergärten besuchen. Özkan habe eingeräumt, dass die Probleme mit der deutschen Sprache nicht ausschließlich den Migranten zuzuschreiben seien – die Politik habe diesbezüglich versäumt, integrative Maßnahmen rechtzeitig einzuleiten.
“Aygül Özkan: Wer kein Deutsch lernt, hat keine Chance”, so lautet eine Schlagzeile auf den Europaseiten der SABAH.
De Maizière fordert Islamunterricht an deutschen Schulen
“Islamunterricht für eine bessere Integration”, das habe laut einer weiteren Schlagzeile auf den Europaseiten von SABAH Bundesinnenminister Thomas de Maizière gefordert. “Wir wollen, dass Imame in Deutschland ausgebildet werden und auch in deutscher Sprache agieren”, habe de Maizière gegenüber der RHEINISCHEN POST ges agt. Es gehe darum, dass islamischer Religionsunterricht “nicht in den Hinterhöfen von Moscheen stattfindet, sondern in unseren Schulen”, so de Maizière.
Dagdelen kritisiert Integrationspolitik der Bundesregierung
“Sie machen es sich in Sachen Integration sehr einfach” – diesen Vorwurf erhebt laut einer Schlagzeile auf der Titelseite der TÜRKIYE die migrationspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE, Sevim Dagdelen, gegen die Bundesregierung. “Trotz der 94-prozentigen Teilnahme an Integrationskursen wird der Zugang zu diesen Kursen eingeschränkt und es wird behauptet, dass Türken sich gegen eine Integration stellen. Diese Haltung der Regierung ist kein bisschen glaubhaft”, wird Dagdelen zitiert. Die Linkspolitikerin fordere, dass endlich entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die gleichberechtigte soziale und politische Teilhabe aller Menschen zu ermöglichen. Die frühkindliche Förderung, die Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen, eine Antidiskriminierungspolitik, die wirklichen Diskriminierungsschutz biete sowie erleichterte Einbürgerungsmöglichkeiten wären erste sinnvolle Schritte, so Dagdelen.
Sarrazin ermutigt Ärzte
Der Arzt Rainer Peters hatte in seiner Praxis im hessischen Wächtersbach in einem Aushang unter anderem Kopftücher verboten und erklärt, er werde muslimische Großfamilien und Patienten ohne Deutschkenntnisse nicht mehr behandeln.
“Doktor Sarrazin ist in die Enge getrieben”, so titelt SABAH in einer Schlagzeile und berichtet über den wachsenden Druck auf den diskriminierenden Doktor. Während der hessische Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) das Verhalten des Mediziners als unglücklich bezeichnet habe, habe der Vorsitzende des Landesausländerbeirats, Corrado di Benedetto, Konsequenzen für den Arzt gefordert, um eventuelle Nachahmer abzuschrecken.
“Ein Arzt darf solche Aussagen nicht machen”, so zitiert HÜRRIYET Di Benedetto in einer Schlagzeile auf den Europaseiten.

3 Responses to MediaMonitoring:Karpfenteich+Türkei »»

  1. Comment by Karin | 2010/09/09 at 10:35:38

    Ich kann das nicht verstehen, dass die Türken kein Deutsch lernen. Das ist doch selbstverständlich, dass man die Sprache dieses Landes in dem man wohnt spricht. Ich selbst bin Ausländerin und kann das einfach nicht verstehen.

  2. Comment by Günter K.V. Vetter | 2010/09/10 at 13:17:54

    Skandal-Arzt weicht zurück
    “Schließlich hat sich der Arzt entschuldigt”, so titelt SABAH auf der ersten Seite neben einem Foto des hessischen Arztes Rainer Peters, der Patienten mit Kopftüchern, kinderreichen Familien und Patienten mit mangelhaften Deutschkenntnissen die Behandlung laut Aushang in der Praxis verweigert habe. Es sei nicht seine Absicht gewesen, Menschen zu verletzen, so der Mediziner.
    Integration
    “Mehr Lehrer mit Migrationshintergrund” wolle die Bundesregierung laut ihrem neuen Integrationsprogramm einsetzen. Das schreibt SABAH in einer Schlagzeile auf den Europaseiten. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) habe das Integrationsprogramm der Regierung vorgestellt und die Schlüsselrolle der deutschen Sprache und der Bildung für eine gelungene Integration hervorgehoben. Unterdessen hätten die Oppositionsparteien, die Grünen und die SPD, die Ablösung der Beauftragten der Bundesregierung für Migration und Integration, Maria Böhmer, gefordert. Der SPD-Rechtsexperte Sebastian Edathy habe Böhmer als “Fehlbesetzung” bezeichnet. Auch für den Grünen-Bundestagsabgeordneten Memet Kilic sei Böhmer “nicht die Richtige, um die Herausforderungen der Integrationspolitik zu meistern”.
    “Bildung und Deutsch sind der Schlüssel zur Integration”, so zitiert HÜRRIYET in einer Schlagzeile auf der Titelseite Bundesinnenminister Thomas de Maizière aus der Vorstellung des neuen nationalen Integrationsprogramms.
    “Der Prozentsatz der Integrationsunwilligen ist nicht hoch”, so zitiert SABAH in einer weiteren Schlagzeile auf den Europaseiten Bundesinnenminister de Maizière. Mit einem Anteil von zehn bis 15 Prozent Integrationsunwilligen unter den Migranten liege Deutschland noch unter dem internationalen Durchschnitt, habe der Minister erklärt.
    “W esterwelles Bayram-Botschaft”, so titelt TÜRKIYE auf der Mitte der ersten Seite und berichtet über die Grußbotschaft von Bundesaußenminister Guido Westerwelle zum Ramadan-Fest der Muslime.
    “Religionsfreiheit ist wesentlicher Kern unseres Grundgesetzes”, so zitiert TÜRKIYE Maria Böhmer, Beauftragte der Bundesregierung für Migration und Integration, aus ihrer Grußbotschaft zum Ramadan-Fest der Muslime. Auch SABAH berichtet auf den Europaseiten über die Ramadan-Grußbotschaften von Westerwelle und Böhmer.
    Von einer “erschreckenden Unterstützung” innerhalb der deutschen Bevölkerung für Sarrazin berichtet HÜRRIYET in einer Schlagzeile auf der Titelseite. Laut einer Umfrage der Wochenillustrierten STERN seien 50 Prozent der Deutschen gegen eine Entlassung Sarrazins. 47 Prozent der Berliner gäben laut der Umfrage Sarrazin für seine Behauptung, die Migranten trügen nicht zum Wohlstand Deutschlands bei, recht. 61 Prozent der Berliner seien gegen den Ausschluss Sarrazins aus der SPD.
    “Die Hälfte der Deutschen ist gegen die Abberufung Sarrazins” schreibt auch TÜRKIYE in einer Schlagzeile am Rande der Europaseiten.


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