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Auf den Besuch von Bundeskanzlerin Merkel in China gehen die russischen Zeitungen meist berichtend ein und betonen durchweg, dass beide Seiten die Beziehungen mittlerweile übereinstimmend als “strategisch” und grundlegend verbessert bezeichnen. In Peking sei die deutsche Kanzlerin mit allem Pomp empfangen worden, was man in Berlin als Signal werte, dass die Spannungen über einen Deutschlandbesuch des Dalai Lama vor drei Jahren inzwischen ausgestanden seien, schreibt WREMJA NOWOSTEJ und resümiert, Merkels China-Visite habe einem einzigen strategischen Ziel gedient, nämlich dem Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Der gegenseitigen Annäherung sei förderlich, dass US-Präsident Obama beide Länder wegen ihrer angeblich zu hohen Exporte kritisiert habe. Peking wolle die intensivierte wirtschaftliche Zusammenarbeit politisch nutzen und Berlin als Fürsprecher in EU-Angelegenheiten gewinnen, unterstreicht NESAWISSIMAJA NASETA. China setze insbesondere darauf, dass Deutschland die Anerkennung Chinas als Marktwirtschaft in der EU voranbringe.
Dass Kasachstan den nächsten OSZE-Gipfel ausrichten darf, nennt ROSSIJSKAJA GASETA einen überzeugenden und sehr wichtigen politischen Sieg für Präsident Nasarbajew. Ob das Treffen Aussichten auf Erfolg habe, lasse sich allerdings erst einschätzen, wenn feststehe, auf welcher Ebene es stattfinden werde. Die formelle Teilnahmezusage der USA bedeute nicht automatisch, dass Obama anreise. Der beim OSZE-Außenministertreffen am Wochenende bei Alma-Ata erzielte Konsens, voraussichtlich am 30. Oktober erstmalig nach 11 Jahren wieder einen OSZE-Gipfel, und zwar in Astana, abzuhalten, sei ein echter Durchbruch, schreibt KOMMERSANT. Vor allem Usbekistan und die USA hätten dafür den Weg freigemacht, aber auch Russland habe zu dem Stimmungsumschwung beigetragen, weil es sich davon eine breite Erö rterung von Medwedews europäischer Sicherheitsinitiative auf OSZE-Ebene erhoffe. Der kasachische Präsident Nasarbajew habe sich vor den OSZE-Außenministern zwar sehr ausführlich zu Sicherheitsfragen geäußert, sei aber auf Medwedews Vorschläge mit keiner Silbe eingegangen, schränkt WREMJA NOWOSTEJ ein.
Die Zeitung merkt ironisch an, Kasachstans Führung habe wieder einmal bewiesen, dass ihr nichts unmöglich sei, wenn es um das Prestige des Landes und seines Präsidenten gehe. Man könne nicht behaupten, dass Kasachstan gegenüber der OSZE alle seine Demokratisierungsversprechen eingelöst habe, aber Washington sei an der Loyalität dieses zentralasiatischen Schlüsselstaates interessiert, um sich günstige Bedingungen für seine Afghanistan-Operation wie auch für Ölgeschäfte zu erhalten. Ähnliche Motive unterstellt ROSSIJSKAJA GASETA an anderer Stelle der deutschen Bundeskanzlerin: Merkel habe nach ihrer Chinareise Nasarbajew einen Höflichkeitsbesuch abgestattet, weil Kasachstan als potenziell wichtiger Gaslieferant für die Nabucco-Pipeline gelte.
Georgien und Aserbaidschan verstärkten ihre energiewirtschaftliche Zusammenarbeit, fasst KOMMERSANT die beim Besuch des aserbaidschanischen Präsidenten Alijew in Batumi erzielten Abkommen über ein Engagement aserbaidschanischer Firmen bei der Strom- und Gasversorgung Georgiens zusammen. Sein Amtskollege Saakaschwili habe den Beschluss zur Bildung einer gemeinsamen Kommission für die Schaffung eines gemeinsamen Transportkorridors Südkaukasus zwischen Asien und Nordchina bzw. Europa und der Türkei als ersten Schritt zur Bildung konföderativer Strukturen bezeichnet, woraufhin Alijew allerdings mit Zurückhaltung reagiert habe.
Mit dem von der Duma verabschiedeten Gesetz zur Stärkung der Vollmachten des FSB erhalte der Geheimdienst ein Universalwerkzeug, um Druck auszuüben, heißt es kritisch in WEDOMOSTI. Habe der FSB früher nur auf bestimmte Gebiete Zugriff gehabt, dürfe er dank der schwammigen Formulierungen des Ge setzes nun jedem Einzelnen sowie der Opposition und den Medien drohen. Der Kolumnist Nikolai Slobin warnt die Staatsführung vor exzessiver Bevormundung der Bürger. Russlands Politik ähnele heute einem Laden aus der Sowjetzeit: ständiger Mangel, wenig Auswahl, zweifelhafte Qualität und ein Beschwerdebuch, das niemand lese. So wie damals die Planungsbehörde Gosplan Angebot und Nachfrage bestimmt habe, verfahre Moskau heute in der Politik. Dabei habe gerade Gosplan mehr zum Zusammenbruch der UdSSR beigetragen als alle Dissidenten und Auslandssender zusammen. Analog zum damaligen Schwarzmarkt für Waren, der die wirkliche Nachfrage bedient habe und erst mit der wirtschaftlichen Liberalsierung verschwunden sei, bestehe heute ein “politischer Schwarzmarkt”, der früher oder später das magere staatliche Angebot mitsamt der von oben verordneten Nachfrage verdrängen werde.

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