KARPFENTEICH

Erst durch die Krise in der Ukraine im vergangenen Jahr ist vielen westlichen Politikern klar geworden, dass der Gashahn in der Hand der Russen eine gefährliche Waffe ist, die in ganz Mitteleuropa empfindliche Schäden anrichten kann …

Es gelang, die EU-Partner zu überzeugen, dass die Energiesolidarität nicht nur die Idee der “russophoben und wie immer überempfindlichen Polen” ist. Alles versprach ein gutes Ende zu nehmen, und es schien, dass eine neue Definition der Gaskrise unter Berücksichtigung unserer Forderungen eingeführt würde. Aber auch dieses Mal könnte sich die lobenswerte Hartnäckigkeit der polnischen Europaabgeordneten als vergeblich erweisen, haben doch die wichtigsten EU-Länder entschieden, dass die Nordpipeline uns allen die “gemeinsame Energiesicherheit” gewährleisten wird … Allein – dieses Rohr löst das Energieproblem Europas nicht; im Gegenteil, es wird noch dadurch verstärkt.

Leider werden Berlin und Paris stets mehr Solidarität mit Ruhrgas und Gaz de France zeigen als mit der Regierung in Warschau, selbst wenn der Ministerpräsident dieser Regierung “super-mega-europäisch” sein u nd sich mit Angela duzen sollte.

Vielleicht könnte es noch gelingen, die Definition der Gaskrise zu ändern, vielleicht ist diese Schlacht noch nicht verloren. Doch wir müssen uns an den Gedanken gewöhnen, dass die Debatte über die Energiesolidarität mit der Inbetriebnahme der Nordpipeline eines natürlichen Todes sterben wird …

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