Computerlinguisten der EU
Wissenschaftler aus der Grenzregion wollen das Sprachenlernen
vereinfachen – EU fördert Projekt mit einer Million Euro
Computerlinguisten entwickeln gemeinsam mit Phonetikern,
Fremdsprachenexperten und Fachleuten auf dem Gebiet der Künstlichen
Intelligenz ein neues E-Learning-Konzept für Deutsch und Französisch.
Das zwei Millionen Euro teure Projekt mit dem Titel Allegro (Adaptive
Language Learning technology for the Greater Region) wird mit einer
Million Euro aus EU-Mitteln bezuschusst. Neben der Saar-Uni sind das
Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), die
Supélec Metz sowie das Inria Nancy beteiligt. Das Projekt wird am 22.
März mit einem Kick-Off-Workshop offiziell eröffnet. Koordinator ist
Manfred Pinkal, Professor für Computerlinguistik an der Saar-Uni.
Im Projekt Allegro entwickeln die Wissenschaftler über drei Jahre
interaktive Sprachlern-Werkzeuge für Deutsch und Französisch. So soll
es Sprachschülern möglich sein, mit dem Computer natürliche Dialoge zu
Übungszwecken wie mit einem menschlichen Partner zu führen. Die
Sprachschüler sollen aus verschiedenen Alltagsszenarien wählen können,
die in einem Gastland relevant sind, zum Beipiel ein Telefonat führen,
ein Gespräch an der Hotelrezeption und die Frage nach dem Weg.
Gängige Sprachlern-Software stellt Dialogübungen zur Verfügung, bei
denen Antworten fest vorgegeben sind und abgelesen werden. Die
Software der Saarbrücker Computerlinguisten wird freie
Antwortmöglichkeiten zulassen. Statt eines Restaurant-Dialogs zum
Ablesen wird dem Sprachschüler beispielsweise eine Speisekarte mit
Vor-, Haupt- und Nachspeisen und Getränken gezeigt werden. Auf die
Frage nach dem Getränk im Restaurant kann er als Gast zum Beispiel
Tee, Kaffee oder Bier bestellen oder auch sagen, dass er nichts
trinken möchte.
Die Wissenschaftler wollen die Sprachlern-Werkzeuge im Internet zur
Verfügung stellen. Damit werden nicht nur die Sprachschüler an den
Partnerhochschulen selbst profitieren, sondern das Sprachlernen wird
über Hochschul- und Ländergrenzen hinweg möglich sein, zum Beispiel in
gemeinsamen Veranstaltungen der Universitäten.
Daneben sollen auch Schulen und Volkshochschulen der Großregion von
den webbasierten Anwendungen profitieren können.
Das Lernen der jeweiligen Nachbarsprache ist in der Großregion die
Grundlage für die Zusammenarbeit auf vielen Gebieten, etwa für
Tourismus, Wirtschaft und in Schule und Ausbildung. Eine weitere
Motivation, die Nachbarsprachen zu beherrschen, ergibt sich durch die
Universität der Großregion, in der es grenzüberschreitende
Studiengänge und Lehrangebote geben wird.
Weitere Informationen erteilt:
Prof. Dr. Manfred Pinkal
Fachrichtung Computerlinguistik
Tel.: (0681) 3024344
E-Mail: pinkal at coli.uni-sb.de


