Europäischer Währungsfond
Ein europäischer Währungsfonds wäre die beste und angemessenste internationale Antwort auf künftige Schwierigkeiten und ein Instrument, das den Stabilitäts- und Wachstumspakt abrunden würde. Denn der Glaube, die Mitglieder der Euro-Zone würden sich den ökonomischen Notwendigkeiten der Gemeinschaftswährung fügen und freiwillig für eine solide und verlässliche Haushaltspolitik sorgen, hat sich als Irrglaube erwiesen.
Insofern ist es gut, dass diese Diskussion an Fahrt gewinnt. Irritierend erscheinen da die Einwände der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank, die einen europäischen Währungsfonds entschieden ablehnen. Da aber keimt der alte finanzpolitische Streit auf, wo die Wahrung von Stabilitätsinteressen am besten aufgehoben ist, und den haben die Zentralbanken immer für sich entschieden… Bislang aber haben die Notenbanker jedoch wenig Lösungskompetenz bewiesen.
In einem Punkt aber haben die Banker sicherlich Recht: Man wird sehr genau darauf achten müssen, dass die politischen Einflüsse begrenz t bleiben… Richtig und angemessen ist auch der Vorstoß, ungedeckte Leerverkäufe von Kreditderivaten zu verbieten… Denn mit einer nüchternen und realistischen Bewertung der griechischen Risiken, hat die Spekulation der vergangenen Wochen nichts mehr zu tun…
Dass in dieser Frage schon von einem Alleingang der Europäer die Rede war, zeigt, wie groß der Ärger über diese Gier geworden ist. Denn diese Spekulationen haben einen Teil der griechischen Sparbemühungen schon wieder aufgefressen, noch bevor sie überhaupt umgesetzt sind. Doch wer die EU kennt, wird sich fragen: Hält der Mut auch, um das Verbot wirklich umzusetzen?


